Asylwerber und Lehre – Seifenblasenfest am 26. 10.

Unter dem Motto „Damit die Hoffnung nicht zerplatzt“ wollen wir am Nationalfeiertag gemeinsam aktiv werden, feiern und Seifenblasen in den Himmel schicken.
Das Seifenblasenfest beginnt am 26. Oktober 2018 um 14:00 Uhr beim Vereinshaus in Wolfurt.
Es soll ein buntes Fest für Familien, Flüchtlinge und Freunde werden. Zugleich wollen wir unsere Forderungen an die Bundesregierung stellen: Dass Asylwerber wieder eine Lehre beginnen dürfen, und dass Asylwerber, die schon in Ausbildung sind, in Österreich bleiben dürfen.

Asylwerber unter 25 Jahre durften ja  bis vor kurzem eine Lehre in Mangelberufen beginnen. Diese Möglichkeit wurde nun von der Bundesregierung unterbunden. In Ausbildung befindliche Lehrlinge können – entgegen anderslautenden politischen Versprechungen –  immer noch abgeschoben werden.
Ausbildung und Integration sind aber für ein zukünftiges Miteinander von entscheidender Wichtigkeit. Diese jungen Leute brauchen eine Chance – und die Wirtschaft braucht diese jungen Leute.
Das Fest ist eine gemeinsame Initiative von „Plan W – Wolfurt solidarisch“, der Gemeinde Wolfurt und Flucht-Punkt-Ländle. Wir freuen uns alle über zahlreiche BesucherInnen und UnterstützerInnen!

Einladung (pdf, 700 kB) –  Unterschriftenliste (pdf, 660 kB)

Viertes Dialogforum am 9. Oktober

Schwerpunktthema:
Umgang mit Enttäuschung und Ohnmacht in der Arbeit mit geflüchteten Menschen

Das vierte Dialogforum „Flucht – Asyl – Integration“ wird am Dienstag, 9. Oktober um 19:00 in der inatura in Dornbirn stattfinden. –  Einladung (pdf, 100kB)

Das Impulsreferat hält Pia Andreatta,  Professorin an der Universität Innsbruck sowie Klinische Psychologin. Neben ihrer Tätigkeit in der Trauma-Forschung war sie in mehreren Auslandseinsätzen in Konflikt- und Kriegsgebieten.

Im Bereich Flucht, Asyl und Integration Tätige arbeiten an den Bruchlinien zwischen politischen Entscheidungen, gesellschaftlichen Entwicklungen und der Begegnung mit mitunter traumatisierten Individuen.
Das Zusammentreffen mit Menschen, die durch Krieg und Flucht belastet sind, birgt nicht nur für diese, sondern auch für alle Unterstützenden emotionale Herausforderungen: Gefühle von Hilflosigkeit, Ohnmacht, Enttäuschung oder Verbitterung können sich einstellen.

Es soll erörtert werden, wie sich Belastungen, Trauma und die Konfrontation damit bei den Helfenden emotional auswirken können,  wie sich aus tatkräftiger Empörung lähmende Ohnmacht entwickeln kann, aber auch, wie es möglich wird, die Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.

Neben dem Impulsreferat soll genügend Zeit für Austausch und Vernetzung gegeben sein.

Politische Unterstützung für Asylwerber in Lehre

Tweet von Michael ProckEin breites Bündnis aus Politikern fast aller Parteien, Wirtschaftsvertretern und privat Engagierten (auch von Flucht-Punkt-Ländle) hat sich am 20. September in Lustenau getroffen und einen Appell an die Bundesregierung unterzeichnet.
Sie fordern, dass

  1. bereits in der Lehre in Mangelberufen befindliche Asylwerber/innen auch bei rechtskräftiger Ablehnung ihres Asylansuchens ihre Lehre abschließen können,
  2. dass die rechtlichen Voraussetzungen (etwa durch Adaptierung der Rot-Weiß-Rot-Card) geschaffen werden, damit bereits im Land befindliche und für eine Lehrausbildung geeignete Asylwerber/innen eine Lehrausbildung absolvieren können und
  3. dass die Dauer der Asylverfahren deutlich verkürzt wird.

Berichte dazu: ORF VorarlbergVorarlberger Nachrichtenvol.at

Einen ähnlichen Beschluss hat der Vorarlberg Landtag schon im Juli mit den Stimmen von fünf Parteien gefasst:
„Die Vorarlberger Landesregierung wird ersucht, bei der Bundesregierung rechtliche und faktische Maßnahmen einzufordern, um es im Bundesgebiet befindlichen Asylsuchenden zu ermöglichen, ihre begonnene Ausbildung selbst bei einem während der Ausbildung rechtskräftig gewordenem, negativen Asylbescheid abschließen zu können. Zudem soll parallel dazu die Regelung zur Rot-Weiß-Rot-Karte in Richtung Abbau bürokratischer Hürden und kürzerer Bearbeitungsdauer überarbeitet werden. (Originaltext)

Auch Vorarlberger Gemeinden haben schon Initiativen für Asylwerber in Lehrausbildung gesetzt, die Gemeindevertretung von Götzis hat am 17. September diesen Beschluss  gefasst. Andere, u.a. Wolfurt und Schwarzenberg, haben die Forderungen der Petition „Ausbildung statt Abschiebung“ unterstützt, und in manchen Gemeinden werden gerade Beschlüsse vorbereitet.
Wir hoffen, das noch viele diesen guten Beispielen folgen!

Marsch für Menschenrechte am 23. 6.

Eine breite Koalition von Organisationen und Initiativen wird am Samstag, 23. Juni ab 16:00 in Bregenz für die Menschenrechte marschieren.

Die Vorarlberger Plattform für Menschenrechte organisiert diese Kundgebung unter dem Motto  „Gutes Leben für Alle – MENSCHEN.RECHTE.LEBEN“

Ablauf:

15:45     Ankommen am Parkplatz Seestadt
vis-a-vis Bahnhof

16:15     Zug durch die Innenstadt
mit „rhythm-attac-bodensee“

17:15     Kundgebung am Kornmarktplatz
Wortbotschaften und Musik

18:00     Ende der Veranstaltung

Mehr InformationFlyer (pdf, 180 kB)

Neue Initiative #sichersein

In Afghanistan hat sich die Sicherheitslage in den letzten Jahren massiv verschlechtert, derzeit finden fast täglich blutige Anschläge statt. Und doch werden aus Österreich Menschen dorthin abgeschoben, sogar unbegleitete Minderjährige und junge Menschen, die das Land noch nie gesehen haben.

Einige österreichische Hilfsorganisationen, darunter Asylkoordination, Diakonie und  Volkshilfe haben daher unter dem Titel #sichersein eine neue Kampagne gestartet, die auf die Situation aufmerksam machen möchte. Auf der Website finden sich zahlreiche Informationen zur aktuellen Situation und Anregungen für verschiedenste Aktionen.

An der Pressekonferenz hat auch die Ethnologin Friederike Stahlmann teilgenommen, die vor kurzem ein über 400-seitiges Gutachten zur Rückkehr nach Afghanistan verfasst hat. Darin geht sie ausführlich auf die Gefahren und Schwierigkeitenein, die Rückkehrer in verschiedenen Bereichen erwarten. Das ganze Gutachten kann hier heruntergeladen werden.

 

„Negativ – was jetzt?“

Dialogforum Flucht -Asyl - IntegrationAm 10. April lud die Vorarlberger Plattform für Menschenrechte zum dritten „Dialogforum Flucht – Asyl – Integration“ ins Pfarrheim Hatlerdorf in Dornbirn.
Das Schwerpunktthema „Negativ – was jetzt?“ betrifft viele Engagierte, die jetzt verstärkt mit negativen Ergebnissen von Asylverfahren konfrontiert werden. Durch die neuesten Verschärfungen im Asyl- und Fremdenrecht wird die Situation noch schwieriger.

Höchste Aufmerksamkeit herrschte daher bei allen drei Referaten zu den Themen „Die rechtliche Situation und der rechtliche Ablauf bei Negativ-Entscheiden“ (Judith Feistenauer, Diakonie), „Rückkehrberatung – Ziele, Perspektiven, Unterstützungsmöglichkeiten“ (Simone Strehle-Hechenberger, Caritas) und „Wie leben die rechtskräftig negativ bescheinigten Asylsuchenden in unserem Land?“ (Bernd Klisch, Caritas). Dies setzte sich fort bei der Vertiefung in den Kleingruppen.

Die dichte Atmosphäre, der intensive Austausch und die große Betroffenheit der 70 TeilnehmerInnen zeigen auch, dass der Einsatz für Menschenrechte und für die Geflüchteten auch die HelferInnen nicht vergessen darf.

Rückblick und Bilder

Allianz „Menschen.Würde.Österreich“

Ausgehend von Christian Konrad, dem früheren Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, hat sich eine neue Initiative gebildet, die die vielen Gruppen und Einzelnen im Engagement für Geflüchtete besser vernetzen möchte.

Die Allianz „Menschen.Würde.Österreich“ hat das erste Ziel, die täglichen Leistungen und Verdienste der Zivilgesellschaft sichtbar zu machen.
Auf der Website zeigt sich schon jetzt die große Breite dieser Allianz, und die Vielfalt von positiven Aktionen. Für den Sommer ist ein „ExpertInnendialog.Arbeit“ geplant, in dem die Expertise aus dem Kreis der Zivilgesellschaft mit Interessensvertretungen, Verwaltung, Politik Beiträge zur Lösung offener Fragen und Probleme liefern soll.

Darüber hinaus ist laut Pressetext vorgesehen, die Asylverfahren kritisch zu beobachten, und die häufigen Kritikpunkte an Begründung, Abwicklung und Dauer der Verfahren zu evaluieren und einem „Faktencheck“ zu unterziehen.

Human Vision Filmfestival

Vom 6. bis 10. März findet in Dornbirn das zweite Filmfestival für Menschenrechte, Politik und Gesellschaft statt, veranstaltet vom Spielboden in Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Plattform für Menschenrechte. Neben den neun aktuellen und festivalprämierten Spiel- und Dokumentarfilmen sind die Ausstellungen „Roma in Bewegung“ und „armuts*zeugnis“ im Foyer zu sehen, im Anschluss an die Filme finden Gespräche mit geladenen Expert­Innen und RegisseurInnen statt.
Programmbroschüre (pdf, 7,9 MB)

Einige Filme befassen sich mit dem Thema Asyl: Der bulgarische Eröffnungsfilm „The Good Postman“, und der österreichische Dokumentarfilm „Sand and Blood“, in dem AugenzeugInnen der Kriege im Irak und in Syrien, die nun als Geflohene in Österreich leben, über den Schrecken und das Blutvergießen in ihrer Heimat sprechen.

Eine Österreichpremiere feiert der Dokumentarfilm „Willkommen in der Schweiz“ von Sabine Gisiger, der in Zusammenarbeit mit Amnesty International Vorarlberg gezeigt wird.

Es geht  um Oberwil-Lieli, die reichste Aargauer Gemeinde, deren Bürgermeister sich weigert, 10 Flüchtlinge aufzunehmen. Johanna Gündel, Studentin und Tochter eines lokalen Gemüsebauern, organisiert den Widerstand.

Im Anschluss gibt es dazu ein Podiumsgespräch mit interessanten Gästen:
Verena Stern – Politikwissenschaftlerin, forscht zu Protesten gegen Abschiebungen und Asylunterkünfte
Denise Graf – Flüchtlingskoordinatorin der Schweizer Sektion von Amnesty International
Helmut Giesinger – Gemeindesekretär von Mäder, in der Gemeinde für Flüchtlinge zuständig
Rahmat Akbari – flüchtete aus Afghanistan und wohnt in Götzis
Alicia Allgäuer – Moderation

Drittes Dialogforum „Flucht – Asyl – Integration“

Das dritte Dialogforum „Flucht – Asyl – Integration“ findet am 10. April 2018 um 19:00 im Pfarrheim Hatlerdorf statt.  
Einladung
  (pdf, 579 kB)

Schwerpunkt ist diesmal ein Thema, das viele Geflüchtete und ihr Unterstützer*innen beschäftigt: „Negativ – was jetzt?“

Unter anderem soll folgenden Fragen nachgegangen werden: Was passiert nach einem Negativ-Bescheid? Welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es? Was ist Sinn und Zweck der Rückkehrberatung? Welche Handlungsmöglichkeiten haben BegleiterInnen? Was geschieht mit Menschen mit rechtskräftig negativer Entscheidung, die sich jedoch weiter im Land aufhalten? Wie hat sich das neue Fremdenrechtsänderungsgesetz ausgewirkt?

Neben Informationen durch ExpertInnen von Diakonie und Caritas soll genügend Zeit für Austausch und Vernetzung gegeben sein.

Das Dialogforum ist im Rahmen der Vorarlberger Plattform für Menschenrechte entstanden und möchte einen gegenseitigen Austausch auf Augenhöhe von in der Flüchtlingshilfe und Integrationsarbeit engagierten Menschen, Gruppen und Organisationen ermöglichen.

Asylforum 2017: Interessante Unterlagen

Das Asylforum 2017 der Agenda Asyl (asylkoordination, Diakonie, Integrationshaus, Volkshilfe, SOS Mitmensch) hat im November in Graz stattgefunden, mit einem spannenden und vielseitigen Programm.

Viele der Vortragsunterlagen können auf der Website herunterlgeladen werden und bieten auch im Rückblick interessante Informationen.

Die Veranstalter befürchten, dass die Schwierigkeiten, die Flüchtlinge beim Zugang zum Asylverfahren, der Aufnahme in Österreich und der Anerkennung ihres Schutzbedarfs zu überwinden haben, unter den derzeitigen politischen Verhältnissen in Österreich deutlich steigen werden. Bereits der Blick auf die jüngsten Entwicklungen der Rechtsprechung gibt derzeit wenig Anlass zu Optimismus. Es sind aber gerade Veranstaltungen wie das alljährliche Asylforum, die die Zusammenarbeit der NGOs in Österreich stärken. Wir können Wissen austauschen, Ressourcen bündeln und uns gegenseitig dabei bestärken, dass der Einsatz für den Schutz von Flüchtlingsrechten auch dem Schutz von Menschenrechten dient.