Studie: Abgeschoben nach Afghanistan

Eine neue Studie der Afghanistan-Expertin Friederike Stahlmann hat untersucht, wie es Afghanen geht, die aus Deutschland  abgeschoben wurden. Ihr Fazit: Die Rückkehrer haben kaum eine Chance, in Afghanistan Fuß zu fassen, ihnen drohen Gewalt, Verelendung und Verfolgung.

Ihnen wird Verrat, Verwestlichung, unmoralisches Verhalten oder die Abkehr vom Islam vorgeworfen, was auch ihre Familien gefährdet. Dehalb fehlt den Rückkehrern vielfach das überlebenswichtige familiäre Netz. Von den 113 befragten Abgeschobenen konnte nur ein einziger eine existenzsichernde Arbeit finden, 75 % waren auf private Unterstützung aus dem Ausland angewiesen, 15 % waren obdachlos. Fast alle haben das Land bereits wieder verlassen oder wollen es verlassen, zwei haben sich das Leben genommen.

Die Auftraggeber der Studie – Diakonie Deutschland, Brot für die Welt und die Diakonie Hessen – fordern daher einen sofortigen Abschiebestopp nach Afghanistan. Mehr dazu, auch eine Kurzfassung und ein Interview mit der Autorin auf den Seiten der Diakonie Deutschland.

Ganze Studie: Erfahrungen und Perspektiven abgeschobener Afghanen (pdf, 3 MB)

Sonntagsdemo: Meiningen, 6. Juni 2021

Die 36. Sonntagsdemo wird erstmals in Meiningen stattfinden. Sie ist zugleich der Start für einen Protestmarsch: Unter dem Slogan „Barfuß für unsere Menschlichkeit“ – wird sich Harald Purkart von Meiningen aus auf den Weg nach Wien machen.
Der Marsch wird ca. vier Wochen dauern, Mitwanderer*innen als Unterstützung sind auf allen Wegstrecken willkommen.
Updates vom Marsch werden auf der Website von „uns reicht’s“ zu finden sein,

Sonntag, 6. Juni 2021
10:00 Uhr
Volksschule Meiningen

Info: Die Demo wird unter Einhaltung der aktuell gültigen Corona-Vorschriften durchgeführt

Veranstalter:
Vindex – Schutz und Asyl – uns reicht´s – es reicht für alle – Jugendbotschafter*Innen der Caritas Auslandshilfe Vorarlberg

Plakat A3 (pdf, 1,5 MB)

Hinweis: Wir distanzieren uns ausdrücklich von den Querdenker-Demos gegen die Corona-Maßnahmen

Der passionierte Langstreckenwanderer Harald Purkart kennt seit vielen Jahren die abgelegenen Wege und Pässe Europas – immer geht er dabei barfuß. Die Strecke von Meinigen nach Wien ist allerdings auch für ihn eine große Herausforderung, die er in Angriff nimmt, weil er ein deutliches Zeichen setzen möchte. „Manche Menschen laufen um ihr Leben. Ich laufe für mehr Menschlichkeit,“ sagt der pensionierte VKW-Mitarbeiter. „Die beschämende Haltung unserer Regierung in dieser Angelegenheit motiviert mich etwas dagegen zu tun. Die große Herausforderung meines Protestmarsches von Meiningen, der westlichsten Gemeinde Österreichs, nach Wien ist das kontinuierliche Gehen jeden Tag. Ausgesetztheit und Verletzlichkeit werden mich begleiten. Ich bin aber trotzdem in einer erträglichen Lage. Die geflüchteten Menschen in Griechenland können sich ihre Situation nicht aussuchen. Sie sind ausgesetzt und verletzlich auf unbestimmte Zeit. Das ist zermürbend und unerträglich für sie.“

Die Zustände in den Lagern an den EU-Außengrenzen sind nach wie vor eine Schande für Europa, Österreich geht mit dem schlechtesten Beispiel voran. Anstatt Menschen mit Fluchterfahrungen endlich ein sicheres Ankommen und ordentliche Asylverfahren zu ermöglichen, werden sogar im Land geborene Jugendliche bei Nacht und Nebel abgeschoben – aus ihren Schul- und Ausbildungsplätzen. Es sind österreichweit tausende Menschen, die dagegen mit Demonstrationen und Mahnwachen aufbegehren.

Lesbos-Petition an den Vorarlberger Landtag

Die Humanity Memorial Group Vorarlberg hat eine Petition an den Vorarlberger Landtag gerichtet, die Aufnahme von Geflüchteten aus den Lagern auf Lesbos zu unterstützen.
Die Petition kann auf der Plattform aufstehn.at online unterstützt werden.
direkt zur Petition

Ein erster Antrag der NEOS, mindestens 50 Menschen aus diesen Lagern aufzunehmen, wurde vom Landtag im Oktober 2020 nicht angenommen.

Anschlag in Kabul – Hilfe für Überlebende

Am 8. Mai erschütterte ein Bombenanschlag das arme Stadviertel Dasht-e-Barchi im Westen Kabuls. Unter den 85 Toten und 150 Verletzten waren viele Mädchen aus einer nahegelegenen Schule, viele vermuten, dass der Anschlag von den Taliban verübt wurde und sich gezeilt gegen die Mädchenschule richtete.

Falls noch jemand das Bedürfnis hat, den Überlebenden zu helfen: Die Stiftung des bekannten afghanisch-amerikanischen Autors Khaled Hosseini unterstützt die Mädchen, die entschlossen sind, weiter zu lernen, und die Gesundheitsversorgung in dem Stadtviertel. Die ersten 25.000 Dollar werden von der Stiftung verdoppelt – Spenden und mehr Informationen. 
Man kann auch die Partnerorganisation „Women for Afghan Women“ direkt unterstützen, die einen Notfall-Fonds für die Betroffenen eingerichtet hat.

Ärzte ohne Grenzen haben sich nach einem brutalen Angriff auf ihre Geburtenstation vor einem Jahr aus dem Gebiet zurückgezogen – das war übrigens im selben Stadviertel, das überwiegend von schiitischen Hazara bewohnt wird.

Protestcamp: Jetzt schlägt’s 13

Aufgrund der immer noch schrecklichen Zustände in den Flüchtlingslagern auf europäischen Boden planen die Jugendbotschafter*innen der Caritas ein Protest Camp in Vorarlberg.
Die Rechte von Kindern werden seit Jahren (!) fundamental verletzt.
Wir wollen ein Zeichen unserer Solidarität mit diesen Kindern und ihren Familien setzen, die unter unmenschlichen Bedingungen, Winter & COVID19 tagtäglich ihr Leben meistern müssen. Wir müssen diesen Menschen eine Stimme geben!

Unterstützer*innen willkommen – Redner*in, Zuhörer*in, Sänger*in, Künstler*in, Poetry Slammer*in, Mit-Camper*in, Helfer*in, Suppenkoch, oder Ideengeber*in!

Beginn:          10.2.2021    13:00 Uhr
Ende:             11.2.2021    13:00 Uhr
Ort:  Marktplatz Dornbirn

Veranstalter: Jugendbotschafter für UN-Kinderrechte & SDG, Caritas Auslandshilfe Vorarlberg in Zusammenarbeit mit der Initiative „Uns reichts!“

Gerne mitbringen:
*Gurkengläser mit Kerze drin
*Kaffeebecher & Löffel, damit wir zu jeder Stunde akustisch auf uns aufmerksam machen können!

Kundgebung: Kein Mensch ist illegal

Die Aktion kritischer Schüler_innen Vorarlbergs veranstaltet am Dienstag, den 02.02, um 17:00 eine spontane Kundgebung in Bregenz am Kornmarktplatz unter dem Motto „Kein Mensch ist illegal!“.

Wieder lässt Österreichs Regierung, allen voran Innenminister Karl Nehammer, Schülerinnen* und ihre Familien abschieben. Kinder, die hier, mitten unter uns zur Welt gekommen sind. Kinder, deren Schulfreund_innen bis zuletzt alles gegeben haben, diesen Akt der Unmenschlichkeit zu verhindern.
Setzen wir ein starkes Zeichen gegen menschenfeindliche Abschiebungen und Asylpolitik. Denn kein Mensch ist illegal!

Die Corona-Maßnahmen werden eingehalten. Ein Tragen des MNS und das Einhalten der Abstandsregelungen wird verpflichtend sein.

Sonntags-Mahnwache in Feldkirch am 20.12.

Sonntag 20.12. um 17:00 Uhr
Feldkirch Neustadt

Wir kennen die Bilder aus den griechischen Lagern, wir sehen das Elend – aber wir wollen uns nicht daran gewöhnen. Wir wollen ein menschliches Österreich.
Die Demonstrationen geben allen die Möglichkeit, für Menschlichkeit und Menschenwürde einzustehen. Menschen haben ein Recht auf Menschenwürde und Schutz. Wir fordern, die Menschen aus den griechischen Lagern zu evakuieren und die Aufnahme von Flüchtlingen, insbesondere von Kindern in Österreich. Wir haben Platz!

Die Zelte sollen auf die grauenvollen Lebensbedingungen der Flüchtlinge in den griechischen Auffanglagern hinweisen und an unsere Menschlichkeit appellieren.

Sprecher*innen:
Daniela Egger
SchauspielerInnen des Landestheater Ensembles Vivienne Causemann, David Kopp
Konrad Steuer

Musik: Lisa Suitner

Ein Sicherheitsteam achtet auf die Einhaltung der Corona-Sicherheitsmaßnahmen. Die Sonntags-Mahnwache findet in Kooperation von „uns reicht´s“ mit courage.jetzt statt.

www.unsreichts.at
www.courage.jetzt

Ein Video von der letzen Mahnwache in Dornbirn kann hier auf YouTube nachgesehen werden. Vidoes von der Mahnwache in Bludenz (am 12.12.) sind hier zu finden.

Auch Frohbotschaft.Heute, Verein für weltoffenes Christsein und Fair Asyl sind weiter aktiv mit der Aktion „Zelte für die Menschlichkeit“ im Ländle unterwegs. Dabei wird in enger Kooperation mit zahlreichen Vorarlberg Pfarren auf die Situation von geflüchteten Menschen in griechischen Lagern hingewiesen. Die unmissverständliche Botschaft lautet dabei: „Wir haben Platz“.
Detailinformationen und die Termine in den jeweiligen Pfarren sind hier abrufbar.

Vindex rettet – rettet Vindex

Der Verein Vindex ist seit 2013 direkt und unbürokratisch in der Beratung und Begleitung
geflüchteter Menschen und deren Unterstützer in Vorarlberg aktiv. Vindex fördert Integration und Selbstermächtigung sowie interkulturelles und gesellschaftspolitisches Engagement. Nun steht der Verein selber unter großem Druck.
Ein großer privater Sponsor hat sein Engagement 2020 leider beendet und die politisch Verantwortlichen sind wegen der geänderten gesetzlichen Grundlagen nicht bereit, diese wichtige Arbeit zu fördern.

Freunde von Vindex haben eine Kampagne gestartet, die die Arbeit von Vindex für die nächsten Jahre sichern soll.

Ab November 2020 wird es einen Kalender mit Fotos von zugewanderten Menschen in Vorarlberg geben, gestaltet von Sägenvier Designkommunikation mit  Portraits von Darko Todorovic. – Vorschau

Und übrigens: Jeder gespendete Euro hilft!
Ihre Spenden sind steuerlich absetzbar.

Spendenkonto
AT13 5800 0105 8858 5013
Kontakt:
Vindex Komitee
Am Kehlerpark 5, 6850 Dornbirn
+43 676 6626033
hilfe@rettetvindex.at
www.rettetvindex.at

Mahnwachen für Menschlichkeit

Achtung: Aufgrund der aktuellen Lage werden die  Mahnwachen in Bludenz und Feldkirch verschoben! Mehr Info unter unsreichts.at

Die Botschaft lautet: Wir haben Platz.
In Kooperation mit courage.jetzt, einer Initiative für alle, die ein Zeichen setzen wollen. Hier auf Aufstehn.at werden Unterschriften dazu gesammelt, und hier auf Respekt.net kann man dafür Zeit oder Geld spenden.

Mahnwachen für die Menschlichkeit jeweils von 17 bis 18 Uhr, im passenden Abstand und bei weniger Distanz mit Mund-Nasen-Schutz. 

Sonntag 08.11.2020           Lustenau, Kirchplatz und Kirchen
Sonntag 15.11.2020           Bregenz, Kornmarktplatz – online – Video
Samstag,12.12.2020          Bludenz
– neuer Termin!
Sonntag, 20.12 .2020         Feldkirch, Neustadt – neuer Termin!

Im Dezember folgen weitere Termine, gleich am Sonntag, den 6. Dezember in den Kirchen zum Gottesdienst am Nikolaustag „20 Zelte für die Menschlichkeit“

Wir freuen uns über jede und jeden, die in ihrer Stadt oder Gemeinde eine weitere Mahnwache organisieren will, Interessierte erhalten die Wurfzelte, Informationen und Unterstützung unter info@unsreichts.at

Treffen der Zivilgesellschaft – auch online

LOGO MWOEZum vierten Mal organisierte die Initiative Menschen.Würde. Österreich am 17. 10. 2020 ein „Vernetzungstreffen der Zivilgesellschaft“. Aufgrund der Corona-Situation war die Möglichkeit zur physischen Teilnahme begrenzt, dafür wurde die ganze Veranstaltung auch per Live-Stream übertragen.

Auf YouTube kann alles hier nachgesehen  werden – und es lohnt sich.  – Programm – Spannende Inputs und hochrangig besetzte Panels befassten sich mit den Schwerpunkten „Rechtsstaat“ und „Griechenland“. Zum Einstieg gab es einen Überblick über die Aktivitäten der Zivilgesellschaft, und am Ende eine Vorschau auf eine neue Aktion, die unter dem Slogan „Courage jetzt – #144Leben“ demnächst intensiv anlaufen wird.

Screenshot aus dem Panel „Rechtsstaat und Haltung“  – von links : Clemens Jabloner, Vizekanzler aD – Oliver Scheiber, Richter – Annemarie Schlack, Amnesty Österreich – Moderatorin Delna Antia-Tatic