Sonntagsdemo: Götzis, 28. Juli 2019

Die nächste Sonntagsdemo wird erstmals in Götzis stattfinden – veranstaltet von Flucht-Punkt-Ländle in Zusammenarbeit mit „uns reichts“.
Motto: Ausbildung statt Abschiebung – besseres Bleiberecht

Flyer Sonntagsdemo 23Sonntag, 28. Juli 2019 um 18:00
in Götzis bei der Pfarrkirche (Volksschul-Platz)

Redner*innen
Pfarrer Rainer Büchel
Bernd Klisch (Fachbereichsleiter Caritas Flüchtlingshilfe)
Katharina Lins (Flucht-Punkt-Ländle)

Aus aktuellem Anlass wird auch Dr. Ludwig Weh, der Anwalt des abgeschobenen Kochlehrlings sprechen (ORF-Bericht)

Musik
Bernie Weber & Walter Schuler (Schellinski)

Flyer A5 (pdf, 1,6 MB) – Flyer (jpg, 470 B) –  Plakat A3 (pdf, 1,5 MB)

Wir haben eine neue Regierung, aber es hat sich nichts geändert!
Nach wie vor werden gut integrierte Menschen abgeschoben und Lehrlinge von ihren Lehrstellen abgeholt. Entscheidungen zum Bleiberecht werden weit weg vom Lebensmittelpunkt und dem sozialen Umfeld der Betroffenen gefällt. NOCH hat sich nichts geändert – deshalb müssen wir weiter aufstehen und ein menschliches Asylrecht fordern.

Bringt eure Freunde und Bekannten mit!
Wir freuen uns, wenn ihr kommt und mit uns ein Zeichen setzt. Ein Zeichen
für Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit. Zeigen wir, dass
wir viele sind!
Bitte nützt die öffentlichen Verkehrsmittel zur Anreise

Weitere Informationen:
www.unsreichts.at – www.facebook.com/Sonntagsdemonstrationen;
E-Mail: info@unsreichts.at; info@menschen-rechte-leben.at

Videos der letzten Demos unter: bleibmensch.at

Sonntagsdemo: Bregenz, 30. Juni 2019

Die 22. Sonntagsdemo findet wieder in Bregenz statt, veranstaltet vom uns reichts-Team Hohenweiler.

Sonntag, 30. Juni 2019 um 18:00
in Bregenz-Hafen

Redner*innen
Michael Schelling -Direktor BORG Lauterach
Mona Egger-Grabher Poetin
Heiko Thamm Friedensaktivist und Ultraläufer

Musik Bluatschink

Plakat A3Flyer A5

Michael Schelling berichtet über seine mehrjährige Erfahrung mit geflüchteten Menschen, die an seiner Schule den Pflichtschulabschluss absolvieren.

Mona Egger-Grabher ist eine bekannte Poetin aus dem Ländle. Sie slamt für uns passend zum Thema.

Heiko Thamm berichtet von der globalen UNHCR-Kampagne “2 Milliarden Kilometer bis zur Sicherheit”: Jeder Schritt zählt! Infos dazu unter www.stepwithrefugees.org

Bitte mit Öffis anreisen!

Weitere Informationen:

www.unsreichts.atwww.facebook.com/Sonntagsdemonstrationen;
E-Mail: info@unsreichts.at; info@menschen-rechte-leben.at

Videos der letzten Demos unter: bleibmensch.at

Neue Website: www.unsreichts.at

Die Initiative „uns reicht’s“, die die Vorarlberger Sonntagsdemos koordiniert und mitorganisiert, hat nun auch einen eigenen Internetauftritt unter www.unsreichts.at.

Wir von Flucht-Punkt-Ländle sind Unterstützer der Initiative und haben bisher die Demos hier angekündigt, weil unsere Seite schon länger in Betrieb war. Wir werden das auch weiter so machen, weil es sich schon so schön eingespielt hat … ausführlichere Informationen gibt es dann direkt auf den Seiten der Initiative.

Nach wie vor gibt es auch Mitschnitte der Demos unter: www.bleibmensch.at.

Projekt: Schwarzbuch Abschiebungen

Die asylkoordination Österreich hat ein neues Projekt gestartet, um Abschiebungen von Flüchtlingen und ihr weiteres Schicksal zu dokumentieren.

Das „Schwarzbuch Abschiebungen“, das online zugänglich gemacht wird, soll über Crowdfunding finanziert werden.
Bitte hier auf respekt.net unterstützen!

 

Projektbeschreibung

In Österreich verschwinden Menschen.
Allein in das seit 40 Jahren vom Bürgerkrieg gebeutelte Afghanistan wurden 2018 190 Menschen abgeschoben. Viele hatten in Österreich Freunde gefunden, die sich nach Kräften bemühten diese Deportationen zu verhindern. Immer wieder erreichen uns verzweifelte Telefonanrufe, tauchen Meldungen in den Medien auf oder werden Petitionen gegen einzelne Abschiebungen gestartet.
Wie diese Abschiebungen dann tatsächlich ablaufen, was mit den Menschen in Afghanistan passiert und was sie hier zurücklassen, davon erfährt die Öffentlichkeit nur sehr selten. Die Regierung will, dass diese Menschen und ihr Schicksal vergessen werden, und ihre Freunde wollen sie durch Öffentlichkeit nicht noch mehr gefährden.
Wir wollen dieses Unrecht dokumentieren, festhalten, was bei den Abschiebungen und danach mit den Abgeschobenen geschieht. Für diese Dokumentation bauen wir ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen, NGO-MitarbeiterInnen und Vertrauenspersonen in den Zielländern der Abschiebungen auf.
Ziel ist ein Schwarzbuch Abschiebungen, in dem die Fälle anonymisiert dokumentiert werden und damit ein Instrument gegen Abschiebungen geschaffen wird.

Das Schwarzbuch „Abschiebungen“ wird als Online-Dokumentation (als work in progress) zugänglich gemacht. Nach Projektabschluss werden wir eine Publikation in Buchform herausgeben, bei der die Dokumentation der „Fälle“ durch Hintergrundberichte ergänzt wird.

Unterschriften übergeben

Eine Abordnung von Flucht-Punkt-Ländle besuchte am 19. Dezember Landtagspräsident Harald Sonderegger und übergab ihm die gesammelten 2662 Unterschriften für „Asyl und Lehre“ mit der Bitte, das Anliegen zu unterstützen und die Unterschriften an Bundeskanzler Kurz zu übergeben.

Sonderegger sagte zu, dass sich auch der Landtag mit dem Thema befassen werde. Schon im Juli wurde dort mit den Stimmen aller Parteien (außer der FPÖ) beschlossen, dass AsylwerberInnen auch nach einem rechtskräftig negativen Bescheid ihre Lehre abschließen dürfen sollen. Entschluss

Alle Fotos von Dietmar Walser – vielen Dank!

Danke, Ute Bock

Heute morgen ist Ute Bock, die bekannteste Flüchtlingshelferin Österreichs, gestorben.

Ihre Mitarbeiter*innen haben sich mit diesen Worten verabschiedet:

„In tiefster Betroffenheit müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass uns Frau Bock heute verlassen hat. Nach kurzer schwerer Krankheit ist sie heute um 4:40 im Kreise ihrer Schützlinge im Ute Bock Haus verstorben.

Bis zur letzten Sekunde drehte sich ihr ganzes Denken und Handeln um das Wohlergehen geflüchteter Menschen. Der Erfüllung ihres größten Wunsches, eines Tages überflüssig zu werden, sind wir gerade in Zeiten wie diesen ferner denn je.

Tugenden wie Zivilcourage, Solidarität und Menschlichkeit hat uns Frau Bock Zeit ihres Lebens gelehrt. Ohne viele Worte hat sie einfach gehandelt, sich selbst hat sie dabei nie geschont.

„Ich habe einen Vogel, aber es gibt viele Leute, die meinen Vogel unterstützen“. Einer ihrer beständigsten Unterstützer war Heinz Fischer, der ihr 2012 das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich mit den Worten, verlieh: “Die Auszeichnung ist eine symbolische Geste, aber eine deutliche Geste, dass man ihre außergewöhnliche und unorthodoxe Arbeit schätzt und weiß, wie viel Idealismus, Kraft und innere Energie dazugehören“.

„Ute Bock opfert sich täglich auf, um Flüchtlingen ihr Leben in Österreich erträglicher zu machen“, sagte der Industrielle Dr. Hans Peter Haselsteiner, als er 2012 das ehemalige Gesellenheim in der Zohmanngasse 28 Ute Bock übergibt, um es wieder zu einer Zufluchtsstätte für junge Asylwerber zu machen.

Gleichgesinnte wie Alexander van der Bellen, Josef Hader und viele andere, haben sich vor Ute Bocks Selbstlosigkeit stets verneigt. Michael Chalupka, Direktor der Diakonie sagte einmal: „Sie sind nicht nur für tausende Frauen, Männer und Kinder zu einer Hoffnungsträgerin geworden, die auf der Flucht nach Österreich gekommen sind, sondern auch für uns alle, die uns immer wieder auch der Mut zu verlassen droht.”

Elfriede Jelinek wusste Frau Bocks unermüdlichen Einsatz für Flüchtlinge immer zu schätzen: „Sie sind ein Mensch, eine von den Gerechten (…)” und “ haben immer nur helfen wollen.” Dabei ging es Frau Bock stets ums Tun; Bewunderung wie Anfeindung beeinflussten ihr Handeln nicht. “Wenn einer was braucht und ich hab‘s, dann gib ich‘s ihm.”

Sie hat es sich nicht leichtgemacht. Und auch wir sollen es uns heute nicht leichtmachen.

Noch vor kurzem hat Frau Bock gesagt: “Leider haben viele Menschen in Österreich noch nicht verstanden, dass Flüchtlinge in erster Linie Menschen sind. Menschen, die vor Hunger und Mord fliehen. Da kann man nicht einfach wegschauen und sagen, die sollen zurück, von wo sie her sind, so funktioniert das nicht!” Zum Glück gibt es in Österreich auch viele gute Menschen, die so denken wie Frau Bock und unsere Arbeit unterstützen. Menschen, die unser Projekt tagtäglich am Leben halten.

Jetzt, da sie nicht mehr bei uns ist, gilt es die Arbeit von Frau Bock fortzuführen. Jetzt erst recht sind wir alle gefordert!

Mag. Anna Steiger, Christl Weinberger, Univ. Prof. Dr. Michael Havel, Dr. Alfred Fogarassy, Dr. Joachim Schallaböck, Katja Teichert, Thomas Eminger, Ibrahim Ari, Ariane Baron, Barbara Schodl, Bella Chabkhanova, Emanuel Hinterbauer, Eveline Blaschka, Magdalena Hofinger, Michael Obayelu, Michaela Pochmann, Natia Karkadze, Olivia Lasser, Pierre Mare, Sanaa Ahmed, Sandra Eisschiel, Sanjin Sovic, Sherin Rowies, Stefanie Jethan, Stephan Gröger, Verena Doublier, Victoria Strobl, Yama Saberin;“

Frau Bock ist nicht mehr da, aber ihr Projekt lebt weiter und braucht Unterstützung,  gerade jetzt.

 

Gefährliches Afghanistan: Neue Berichte

In der letzten Zeit häufen sich Medienberichte über Gewalttaten in Afghanistan, vor allem durch Anschläge von Taliban und IS. Allein in Kabul fanden 2017 über 30 große Anschläge mit mehr als 500 Toten statt.

Die Zunahme der Gewalt in den letzten Jahren zeigt sich auch an der Anzahl der Vertriebenen innerhalb des Landes, die von den UN-Organisationen dokumentiert wurde:

Grafik: Binnenvertriebene in Afghanistan, 2010 - 2017

Binnenvertriebene in Afghanistan, Quellen: UNAMA / UNHCR / UNOCHA; via proasyl.de

Nach dem Global Peace Index (pdf, 7,9 MB) war Afghanistan 2017 das zweitunsicherste Land der Erde, nur Syrien wurde als noch gefährlicher eingestuft. Der Global Terrorism Index 2017 (pdf, 5,6 MB) reiht – wie im Vorjahr – Afghanistan auf Platz 2 nach dem Irak.

Das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (European Asylum Support Office, EASO), das für die EU-Länder Informationen zu Herkunftsländern sammelt und aufbereitet, hat im Dezember 2017 zwei umfangreiche Berichte zur Sicherheitslage veröffentlicht:
Afghanistan Security Situation“ (pdf, 11,1 MB) stellt auf 356 Seiten die allgemeine Lage dar; der Bericht „Afghanistan. Individuals targeted by armed actors in the conflict“ (pdf, 2,9 MB) befasst sich mit der gezielten Bedrohung einzelner Personen und Gruppen durch die bewaffneten Akteure.
Beide Berichte sollten wichtige Grundlagen für Entscheidungen in den Asylverfahren darstellen.

Botschaften an die Regierung

Es geht nicht um Zahlen, es geht um Menschen und ihre Geschichten. Um das deutlich zu machen, haben wir persönliche Botschaften gesammelt, von Geflüchteten und Einheimischen, die per Ballon und per Post an die Regierung geschickt werden.

Wer möchte, kann die Vorlagen gerne hier herunterladen und selber verwenden:
Aktionskarten
(pdf, 1,5 MB)